Drachenkrieger – Open Beta (PC)





Cover

100 Millionen Menschen weltweit haben einen „World of Warcraft“ Account! Das hat der Entwickler Blizzard vor kurzem bekannt gegeben und damit ein weiteres Mal gezeigt, wie gefragt Online Rollenspiele in der heutigen Gamercommunity sind. 100 Millionen Menschen ergeben zusammen einen ziemlich großen Platzhirsch und mitunter deshalb haben es neue Spiele im MMO Genre nicht immer besonders leicht.

Reality Squared Games, oder kurz R2Games, ist als Free-To-Play Entwickler im MMO Bereich mit dem Spiel „Crystal Saga“ kein unbeschriebenes Blatt mehr und so gibt es einige, bei denen ihr neuer Streich namens „Drachenkrieger“ schon ein hellrot leuchtender Punkt auf dem Radar ist.

Kluge Köpfe haben sich schon erschlossen, dass es dabei eventuell um Drachen gehen könnte und seit dem 13. Januar 2014 bieten die Open Beta Version endlich Aufschluss darüber, was dieses Fantasy MMORPG zu bieten hat.

Nach wenigen Klicks geht’s los

„Drachenkrieger“ ist ein Fantasy Online Rollenspiel, welches ihr komplett in eurem Browser spielen könnt. Ihr erstellt euch einfach nur einen Account und nachdem ihr euch einen Server ausgesucht habt, befindet ihr euch schon direkt im Spiel und könnt in seine Geschichte eintauchen.

Böse Mächte, Drachen und Propheten

In der Welt von „Drachenkrieger“ bewahrten einst mächtige Drachen jahrhundertelang die Menschheit vor der drohenden Finsternis. Als eines Tages allerdings die Mächte des Bösen zu groß wurden und ein großer Krieg entfachte, mussten die Drachen fürchten, dass ihre eigene Macht gegen sie und die Menschen verwendet wird und so zogen sie sich zurück in magisch verschlossenen Eier. Die Menschheit stand vor dem Untergang. Aber ein Prophet berichtete von einer uralten Legende, die prophezeite, dass das sogenannte „Schicksalskind“ kommen, die Drachen befreien und mit deren Hilfe die Welt retten werde.

Man braucht kein Urenkel vom werten Herren Holmes zu sein um kombinieren zu können, dass wir als Spieler wahrscheinlich das einzigartige Schicksalskind sein werden.

1, 2 oder 3 – Wenige mögliche Klassen mit noch weniger Gestaltungsmöglichkeiten

Ignorieren wir einfach mal die Frage, wie einzigartig und besonders so ein Schicksalskind letzten Endes noch sein kann, wenn jeder, der sich einen Account erstellt, der Auserwählte ist und betrachten als erstes die Charaktere aus denen wir zu Anfang des Spiels wählen können. Wer Wert auf Personalisierung seines Spiele-Ichs legt, stößt hier allerdings schon schnell an die Grenzen, denn zur Auswahl stehen nur jeweils ein männliches oder ein weibliches Exemplar einer Zauberer, Krieger oder Bogenschützenklasse.

Dazu kommt, dass sich diese 3 Klassen nicht einmal besonders voneinander unterscheiden. Wo andere Spiele zumindest die klassische Tank/Damage Dealer/Healer Unterteilung unterstützen, ändern sich bei „Drachenkrieger“ eigentlich nur die Namen der Klassen und der dazugehörigen Fähigkeiten. Einzigartig ist unter hunderten Spielern, die genauso aussehen wie wir, letztendlich leider nur der Name.

Wer klickt sich so spät durch Nacht und Wind?

Das komplette Spiel findet entweder in Dörfern oder in Instanzen statt, durch die wir uns in einer 2D Umgebung per Mausklick bewegen. Eine Oberwelt zeigt uns die momentan zugänglichen Instanzen an, die wir eine nach der anderen abarbeiten. Durch einen Klick auf den aktuellen Quest bewegt sich unser Held von selbst zum richtigen Ort, was sehr angenehm ist und der allen Standards entsprechenden Steuerung noch einen kleinen Pluspunkt einbringt.

Aber Steuerung ist nicht alles. Jedes Online Rollenspiel braucht auch noch umfangreiches und gutes Gameplay.

Das umworbene Drachentraining – R2Games verbrennt sich die Finger

Also zumindest relativ umfangreich ist das Gameplay. Abseits von dem Verfolgen der Hauptquest, können wir an Arena kämpfen teilnehmen, uns in der Kunst der Alchemie üben, neue Fähigkeiten lernen, Waffen verbessern, eine kleine eigene Farm betreiben und Drachen trainieren. Wer will kann Gilden beitreten und sich mit anderen Spielern zusammen tun um zusammen in den Kampf zu ziehen.

Das klingt alles sehr schon und wäre es sicher auch, wenn es nicht so unglaublich belanglos wäre.

Ganz abgesehen von allem anderen enttäuscht vor allem das groß umworbene Feature des Drachentrainings. Die Grundidee bietet so viel Potenzial, dass es um so erschreckender ist zu sehen, wie diese Möglichkeiten hier komplett ungenutzt bleiben.

Nachdem die Drachen sich in ihre Eier zurückgezogen haben, brauchen wir, als Schicksalskind, nun die Seelen von Dämonen um sie zu befreien. Also laufen wir durch die Gegend, entledigen uns so vieler Monster wie möglich und schauen dabei zu, wie wir uns mit jeder Seele der nötigen 100% annähern. Ist die Leiste am oberen linken Bildschirmrand dann voll, haben wir einen Drachen befreit, der ab sofort für uns kämpfen kann. Wenn wir durch das Besiegen von Monstern genug Drachenseelen gesammelt haben, können wir dann unser Drachen-Trainingslevel erhöhen, was unsere Drachen stärker macht.

Da wir immer nur mit zwei Drachen gleichzeitig in den Kampf ziehen können, müssen die anderen befreiten Drachen auf der Ersatzbank warten, bis wir unser Team neu formieren. Im Endeffekt macht das aber keinen großen Unterschied, denn wie bei der Charaktererstellung auch, fällt bei den Drachen ebenfalls jegliche Möglichkeit zur Personalisierung weg. Welche Fähigkeiten der Drache benutzt ist genauso fest vorgegeben wie die zweier Teams, in denen die Drachen zur Verfügung stehen.

Während des Spiels treffen wir auf etliche Mitspieler die mit exakt dem gleichen Drachen im Schlepptau durch das Land ziehen und das ist eine ziemliche Enttäuschung.

„Du bist der Auserwählte! Gehe in den Wald und töte …“ <Klick>

Leider ist die Story rund um die Drachen und das Schicksalskind ebenfalls keine große Motivation. Ohne jeglichen Tiefgang unterteilen sich Charaktere die man, abgesehen von anderen Spielern, trifft in exakt 2 Gruppen: Questgeber und Feinde.

Was auch immer diese Figuren uns zu sagen haben, wird in der Regel früher oder später, trotz der meistens erfolglosen Versuche seitens der Entwickler witzige Dialoge einzubauen, so lange weggeklickt bis oben rechts ein neuer Auftrag blinkt oder ein Kampf anfängt. Da Aufträge meistens daraus bestehen eine Instanz zu betreten und ein Bossmonster zu erledigen, läuft letzten Endes alles auf eine Anreihung von Kämpfen hinaus.

Leicht, Leichter, Kämpfe in „Drachenkrieger“

Hier hätte „Drachenkrieger“ mit einem spannenden Kampfsystem noch viel herumreißen können, aber anstatt eine 180° Wendung in Richtung Spielspaß zu machen, bleibt R2Games stehen, nimmt Anlauf und rennt mit voller Wucht gegen die Wand der gähnende Langeweile.

Das rundenbasierte System jedes Kampfes ist schnell durchschaut. Auf der linken Seite befindet sich unsere Spielfigur und unsere Drachengefährten, auf der rechten eine Gruppe von mehreren kleinen Feinden oder ein einzelnes großes Bossmonster.

Unsere Gruppe fängt an. Und wenn wir sagen fängt an, dann meinen wir fängt an. Und zwar ohne, dass wir irgendetwas tun, geschweige denn Einfluss darauf nehmen könnten, welche der 2 möglichen Angriffe unseres Charakters verwendet werden. Bei diesen Attacken handelt es sich um eine Standard- und eine Spezialattacke, wobei die Standardattacke immer verwendet wird, wenn die Spezialattacke nicht verwendet werden kann. Diese Spezialattacke ist nämliche eine der Fähigkeiten des Charakters, die im Kampf nur benutzt werden kann, wenn wir eine bestimmte Menge von Wut angesammelt haben. Wut wiederum wird durch erfolgreiche Angriffe oder Fähigkeiten von den Drachengefährten aufgeladen.

Auf das, was die Drachen während dem Gefecht tun, können wir aber leider ebenso wenig Einfluss nehmen wie auf unsere eigenen Aktionen, also schauen wir tatenlos zu, wie unsere schuppigen Kollegen entweder selber angreifen oder unseren Charakter verstärken.

Da der Feind nur über normale Attacken verfügt, kann man hier leider auch keine Überraschungen erwarten und nachdem wir eine Angriffswelle unserer Gegner über uns ergehen haben lassen, ohne sichtbar Schaden genommen zu haben, fängt das Ganze wieder von vorne an.

Wenn es überhaupt so weit kommt …. Denn jedes Monster, außer der Bossgegner, ist letztendlich sogar noch weniger als Kanonenfutter und meistens schon nach unserem ersten Angriff über den Pixeljordan gegangen.

Letztendlich wäre das Wort anspruchslos für die Kämpfe in „Drachenkrieger“ sogar noch zu wenig, denn wir haben, ohne auch nur ein bisschen zu übertreiben, absolut jedes Gefecht problemlos gewonnen, ohne Maus oder Tastatur überhaupt zu berühren.

Grafik und Sound – Kleines Licht im großen Dunkeln

Bei so viel Schatten, hat sich in diesem Spiel dann aber doch noch ein kleines bisschen Licht ganz hinten am Horizont eingeschlichen. „Drachenkrieger“ kann mit einer durchaus charmanten Anime Grafik und fantasievollem Design, vor allem bei den Monstercharakteren überzeugen. Auch wenn der Bildschirm in den Dörfern, vor lauter anderen Spielern, Menüpunkten und sonstigen Anzeigen sehr überladen und innerhalb von Instanzen etwas repetitiv wirkt, hinterlässt der Grafikstil und die grafische Atmosphäre einen recht positiven Eindruck.

Sogar ein bisschen besser gefiel uns die musikalische Untermalung. Mit einem Motiv für Dörfer und einem anderen für die Instanzen lässt die Quantität zwar etwas zu wünschen übrig, aber dafür ist die Musik durchweg qualitativ überzeugend und wirkt sich sehr positiv auf die Atmosphäre aus.

Möglichkeit vs. Nötigung zum Einkauf

Ein ganz anderer wichtiger Punkt, der leider auch vor diesem Spiel nicht halt macht, ist das berühmt berüchtigte Pay-To-Win Prinzip. Sich für echtes Geld kleine Verbesserungen oder Vorteile zu kaufen gehört, vor allem im Online Bereich, mittlerweile zum Standard und sich als Entwickler ein kleines Extraeinkommen sichern zu wollen ist ein verständliches Ziel, solange das Spielerlebnis darunter nicht leidet.

Bei „Drachenkrieger“ wird allerdings derart dreist und störend mit Angeboten und Werbung um sich geworfen, dass es in diesem Fall nur noch geldgierig und unsympathisch wirkt. An allen Ecken und Enden bekommt man Angebote angezeigt, sein Guthaben aufzuladen um Items, Verbesserungen oder Ähnliches zu kaufen und das ist uns derart negativ ausgefallen, dass wir diesbezüglich eine klare Warnung aussprechen müssen.

Die Höffung stirbt zuletzt

Abgesehen davon dürfte „Drachenkrieger“ insgesamt, mit einem solch niedrigen Anspruch in den Kämpfen, trotz solidem Grafik- und Sounddesign, sogar für die angepeilte jüngere Zielgruppe, früher oder später ermüdend sein.

Ja, die aktuelle Version ist eine Beta Fassung und einige Verbesserungen werden sicherlich noch kommen. So wie wir „Drachenkrieger“ aber kennengelernt haben liegt das Problem bei der Übermittlung der Story und vor allem beim Gameplay so tief, dass eine komplette Überarbeitung der Gameplaymechaniken, insbesondere der Kämpfe nötig wäre um daraus ein passables Spiel zu machen.

Wir haben „Drachenkrieger“ noch nicht komplett abgeschrieben, aber im derzeitigen Zustand gibt es wesentlich bessere Möglichkeiten sich die Zeit, mit oder ohne Drachenthematik, zu vertreiben.

Fazit

Unsere Wertung zu Drachenkrieger – Open Beta (PC)
 Wertung 30 von 100 Punkten


"Wären bei Spielen nur Grafik und Sound wichtig, wäre „Drachenkrieger“ noch ein durchschnittliches und charmantes Exemplar. Leider zählt viel mehr als das und so bleiben durchschnittliche Grafik und Sound nur ein äußerst schwacher Trost, der nicht über uninteressante Story und ermüdendes Gameplay hinwegtrösten kann."


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Grafik
65
Sound
70
Gameplay
10
Steuerung
70
Gesamtwertung
30

2 Kommentare zu "Drachenkrieger – Open Beta (PC)"

  1. ihr habt ehrlich keine ahnung. vieles was ihr hier
    aufgelistet habt, konntet ihr noch garnicht mal erspielen.
    Euer fazit und eure eindruecke gewinnt ihr nicht mit einem
    tag spielen. Bevor ihr irgend welche games schlecht
    machen muesst, waere es von vorteil wenn ihr euch mit
    den top leute die das spiel spielen erstal unterhalten
    wuerdet. Damit eure fragen die ihr dem spiel ggn. ueber
    stellen wollte. bzw. eure eindruecke und erfahrung, genau
    erklaert werden koennen. Finde es laecherlich was ihr
    da schreibt. Allerdings, in einigen punkte habt ihr
    vollkommen recht. Denkt dennoch mal drueber nach
    einige spieler die an oberster front stehen zu interviewen,
    da werdet ihr mit sicherheit nichts falsch machen und
    einige game dann auch anderst bewerten koennen.
    Ihr redet schlecht ueber das game, aber mit so einer
    falschen incorrecten spiel bewertung scheint mir
    eure seite bzw. spiele bewertungen schlecht zu sein.
    evtl. auch die autoren ueber denken ^^

    MFG Rushuna von S1 auf Drachenkrieger

  2. kurzweiliges spiel

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